Updated news about Taiwan
Sights during motorcycle ride today - fun way to spend the 4th :)
Taiwanlinks im Juni 2009
Politik, Kultur und immer wieder "Taiwan, das Randthema"©:
Gehört eigentlich in den Wirtschaftsteil, aber da da eher die langweiligen Dinge stehen, darf das Handelsblatt hier den Anfang machen, das nämlich Anfang des Monats Juni festgestellt hat: "China rettet Taiwans Wirtschaft" (03.06.). Im Prinzip ein löblicher Artikel, in dem trotz der Vorwegnahme der KMT-Regierungspropagandaposition bereits im Titel auf anderslautende Meinungen in Taiwan und die Bedrohung der Insel durch China eingegangen wird. Und obwohl alle diese Informationen im Artikel vorkommen, schaffen es Absätze wie dieser hier das Gesamtbild zu trügen:
Lee sieht aber noch andere Vorteile durch das neue Tauwetter zwischen Peking und Taipeh. „Wenn ich vor einem Jahr zu unserem Werk nach Südchina wollte, musste ich morgens um sechs aus dem Haus und war abends gegen sechs Uhr da“, so der BenQ-Chef. Jetzt sei der Trip in drei Stunden möglich. Grund ist, dass der vor einem Jahr gewählte taiwanesische Präsident Ma Ying-jeou den Konfrontationskurs seines Vorgängers beendet hat. So verbinden nun erstmals seit 1949 Direktflüge die Insel mit dem Festland, auch ein direkter Schiffs- und Postverkehr wurde gestartet. Anfang Mai hat die Regierung in Peking zudem das Verbot von Investitionen in Taiwan beendet, beide Seiten streben ein Freihandelsabkommen an.Hier wird nur noch mal in aller Deutlichkeit festgehalten, dass die Widersetzung der alten demokratisch gewählten DPP-Regierung gegenüber den Annektionsversuchen ihres sie militärisch bedrohenden autoritären Nachbarn ein "Konfrontationskurs" war; das Nachgeben gegenüber den Autokraten in Peking unter Ma Ying-jeou dagegen ein "neues Tauwetter" und sogar ein "Glücksgriff" ist (Begriffe aus dem Artikel)...
(Egal auch, dass Chinas Wirtschaftswachstum wahrscheinlich bereits drastisch gesunken ist. Aber hey, solange es wächst.)
Der Artikel "Taiwan öffnet sich für Chinesen vom Festland" schlägt in die gleiche Bresche. Da steht unter anderem (Zitat aus zwei verschiedenen Absätzen):
Auch viele Regeln, Normen und Bestimmungen sollen verschwinden. Ma Ying-jeous Vorgänger im Präsidentenpalast, Chen Shui-bian, hatte chinesischen Konzernen den Weg auf die Insel weitgehend versperrt. Zudem konnten Taiwans Firmen nicht mehr als 40 % ihres Kapitals in China investieren. Das ist Vergangenheit. Nun sind es 60 %.
[...]
Das ist die wirtschaftliche Seite. Präsident Ma gehe es aber vor allem um etwas anderes, lässt Chiang durchblicken. Er möchte das chinesische Engagement in Taiwan stärken, so dass eine militärische Konfrontation ihren Sinn verliert.Genau. Bei 40% ergibt Krieg noch einen Sinn, bei 60% dagegen muss man anfangen zu überlegen...
In der Netzeitung (04.06.) wird im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Tian'anmen-Ereignisse Ma Ying-jeou zitiert und sieht dabei eigentlich ganz gut aus. In Taiwan wurde er für seine Zurückhaltung dagegen angegriffen.
Tagesschau.de (10.06.) berichtet, dass ehemalige uighurische Guantanamo-Häftlinge nach Palau überführt worden sind. Wegen menschrechtlicher Bedenken (Hallo, Ironie) wollten die USA die ehemaligen Insassen nicht nach China zurückschicken. Der kleine Inselstaat Palau unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu China. In dem Zusammenhang habe ich einen erzkonservativen US-Reporter sagen hören, man solle die Leute doch nach Taiwan schicken. Wohl kaum vorstellbar, wo momentan von Taiwans Regierungsseite sogar der Dalai Lama unerwünscht ist.
In der "Augenzwinker"-Rubrik "Schlusslicher" (12.06.) meldet die Seite außerdem auch, wie ausgerechnet das bestgehütetste Geheimnis des für seine Enthüllungsgeschichten bekannten KMT-Politikers Chiu Yi 邱毅 im wahrsten Sinne des Wortes gelüftet wurde. Der Täter bekam für seinen Einsatz eine saftige fünfmonatige Gefängnisstrafe. Auch Merkur-Online berichtete (10.06.).
Die ZEIT (11.06.) mit einem hochinteressanten Artikel über die Beziehungen zwischen Erdbeben und Taifunen in ihren Auswirkungen auf Taiwan. Mehr dazu gab es auch im Handelsblatt (14.06.)
DerNewsTicker (12.06.) über einen 97jährigen taiwanischen Philosophie-Masterabsolventen.
German.China.org.cn (17.06.) über das Schwimmen zwischen der zu Taiwan gehörenden Insel Kinmen und dem chinesischen Festland sowie zu einem Filmforum der beiden Länder (19.06.).
Web.de (21.06.) mit der Meldung, dass die NBA zum ersten Mal ein Gastspiel in Taiwan abhalten wird. Basketball ist eine der bliebtesten Sportarten hier in Taiwan. Wäre schön, wenn NBA.com jetzt nur noch die Videos auf ihrer Seite wieder ohne Probleme in Taiwan anzeigen würde.
Welt Online (21.06.) mit einem Artikel über einen Perlen-Milchtee-Stand in Hamburg. (Mehr dazu auch hier von einem ehemaligen Hamburger und bekennenden Bubble-Tea-Trinker.)
Aus der Reihe Kulturaustausch:
In der Mitteldeutschen Zeitung (10.06.) wurde von einem Besuch des Botschafters von Taiwan Repräsentanten der Taipeh-Vertretung in den Landkreis Mansfeld-Südharz berichtet.
Wochen-Zeitung.ch (25.06.) über ein Praktikum in einem taiwanischen Kinderheim.
Echo-Münster berichtet von aus Deutschland heimkehrenden Austauschstudenten.
Der Donau-Kurier (28.06.) über den "Monsun über dem taiwanesischen Teehaus".
Az-Web.de (29.06) über taiwanische Begeisterung über deutsche kommunale Selbstverwaltung.
China-Observer hat einige interessante Radio-Taiwan-International-Artikel zu den wichtigen Themen des Monats in Taiwan: Unter anderem zur Schriftzeichendiskussion (siehe auch hier), der Ankunft immer mehr chinesischer Touristen u.a. erstmals auch zu medizinischen Zwecken (auch für Geschäftsreisende wurden die Einreisebedingungen gelockert); außerdem zu Überlegungen der Ma-Regierung, den Bau neuer Halbleiterfabriken in China zu erlauben; dem Verhältnis zwischen USA-China-Taiwan; Taiwan im internationalen Feld am besten nur unter der Bezeichnung "Chinese Taipei"?; Taiwans Bemühungen zur Anschaffung US-amerikanischer Kampfflugzeuge; über die Legalisierung von Prostitution (was haben denn die Bilder von den Betelnussverkäuferinnen in dem Artikel verloren??); Ex-Präsident Lees Äußerungen zu den Beziehungen zwischen Taiwan und China; der Zerschlagung eines Menschenhändlerrings...
... um nur einige zu nennen.
World Games 2009: Rostock-Sport stellt ausfürhlich die in knapp zwei Wochen beginnenden und in Kaohsiung abgehalten werdenden World Games vor. Ein einleitender Artikel zu den Spielen auch hier. Auch die DLRG wird bei den World Games dabei sein.
Wirtschaft und Technik:
Computex: Diesen Monat fand in Taipeh eine der weltgrößten Computerfachmessen, die "Computex" statt. Heise Online (01.06.) mit einem informativen Special über die Messe, in dem man auch ein klein wenig über Taipeh erfährt. Der Autor schien vorab beeindruckt, dass trotz der wirtschaftlichen Krise so viele (Fach)Besucher und Aussteller auf der Messe präsent sein würden. Bei PC Games Hardware und InformationWeek.de hat man vielleicht den (zumindest klicksgenerierenden) Grund gefunden. (Oder hatte doch eher die Taipei Times ein paar wichtigere Gründe?). Es wurde eine ganze Reihe neuer und interessanter Technik vorgestellt, aber um diesen Eintrag nicht ins Uferlose ausarten zu lassen, werde ich es bei Hinweisen auf die Zusammenfassung der Highlights bei Spiegel Online und das Fazit bei Heise belassen.
Die IT-Times (08.06.) berichtet über ein geplantes 3G-Netz zwischen Taiwan und China, dass u.a. Telefonkosten verringern soll sowie weitere Bestrebungen von China Mobile in Taiwans Telefonmarkt Fuß zu fassen. (siehe auch den letzten "Links"-Beitrag).
Außerdem meldet die Seite auch verstärkte Investitionsvorhaben der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. in Zeiten der Krise (19.06.).
BörseGo (08.06.) über einen weiteren Einbruch der Exporte Taiwans.
Ask-eu.de (09.06.) über das Vorhaben, den Flughafen von Taoyuan in eine "Aerotropolis" auszubauen.
Weitere Artikel von Interesse:
Im Meinungsteil der Taipei Times (03.06.) gab es einen zum Nachdenken anregenden Artikel über das Feiern des Drachenbootfestes im Hinblick auf die durch den Selbstmord des südkoreanischen Präsidenten ausgelösten Diskussionen über Selbstmord... und natürlich auch die taiwanische Identität. Außerdem wurde diesen Monat der bisherige Leiter des Deutschen Kulturzentrums in Taipeh verabschiedet.
Diesen Monat zog der erste große Tropenstrum Linfa durch die Taiwanstraße. Artikel gab es u.a. bei Wetter24.de und (ausführlicher) der Taipei Times. (22.06.)
Auf www.TaiwanBestTrip.net werden in ein paar Tagen die erfolgreichen Taiwan-Scout-Bewerber verkündet.
Taiwanlinks im Mai 2009

Zwei bereitstehende Drachenboote im Fluss der Liebe in Kaohsiung.
Aus aktuellem Anlass: Diese Woche stand ganz im Zeichen des Drachenbootfests (Duanwujie 端午節): Die deutsche Seite von Radio Taiwan International hatte einen schönen Hintergrundbericht.
Auch sonst waren die Zeitungen voll vom alljährlichen Ereignis: Die Taipei Times über ein besonderes Drachenboot aus Yilan. Viele Taipeher nutzten das lange Wochenende für einen Ausflug außerhalb der Stadt. Gesundheitsspezialisten warnen, dass viele der traditionellen zongzi 粽子 Kalorienbomben sein können. Auch die Wasserqualität der Flüsse Taiwans wurde überprüft, wobei die Umweltbehörde zu dem wenig beruhigenden Ergebnis kam:
[EPA Water Quality Protection Director-General] Chen said that because rowers will not have direct contact with the water, the definition of "waters suitable for dragon boat rowing" is that the water "isn't oxygen-deficient [and therefore] does not smell."1) zerstreut das nicht gerade meine Bedenken, 2) hat anscheinend noch nie jemand von denen selbst an so einem Rennen teilgenommen. Wer nicht in direkten Kontakt mit dem Wasser kommt, sitzt jedenfalls bestimmt auch nicht in einem Drachenboot. Ich kann jedenfalls jetzt bestätigen, dass das Wasser im Liebesfluss 愛河 hier in Kaohsiung in der Tat salzig ist. Hmpf.
Taiwan in der deutschsprachigen Presse.
Politik, Kultur und immer wieder "Taiwan, das Randthema"©:
Nachträge: Leider erst später gefunden: dieser Artikel von Presse.com (27.04.2009) über eine Ausweitung der Direktflüge zwischen Taiwan und China. Erwähenswert ist die Variation des Schlussabsatzes, der traditionell in aller Kürze die Beziehungen der beiden Staaten erläutern soll:
Nach dem Sieg der Kommunisten in China 1949 hatte sich die Nationalregierung von Diktator Tschiang Kai-schek auf die Insel Taiwan zurückgezogen. Die Nationalisten betrachteten sich als legale Regierung der Republik China, während auf dem Festland die Volksrepublik China errichtet wurde.
Es fehlt zwar immer noch einiges (z.B., dass es nicht nur China-Nationalisten in Taiwan gab/gibt), aber trotzdem ist der hier weitaus besser als etwaige Geschichtsverdrehungen, die man sonst so liest.
Darüber hinaus gab es am 30.04.2009 in der ZEIT noch dieses interessante Interview mit Torsten Oestergaard vom Globen-Hersteller Columbus-Verlag. Auf die Frage, woher man die Informationen für die Länderdarstellungen nimmt, antwortet Oestergaard:
Oft rufen uns Botschafter an, die uns Neuerungen aus ihren Ländern mitteilen. Wir fragen dann beim Auswärtigen Amt nach, ob die Infos stimmen. Es gibt ja verschiedene Sichtweisen auf die Welt. Wir richten uns nach der westlichen. Für uns gibt es zum Beispiel 194 Länder auf der Erde. Die Arabischen Emirate hingegen haben ein Land mehr auf ihrer Karte: Palästina. Und China rechnet mit weniger Staaten, da die Regierung der Meinung ist, dass ihrem Land viel mehr von der Welt gehört. Taiwan zum Beispiel oder die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer, um die sich verschiedene Staaten streiten. Und gerade haben unsere Kartografen erfahren, dass die Chinesen nun den Mount Everest in Qomolangma Peak umbenennen wollen.Heißt das im Umkehrschluss, dass unser Auswärtiges Amt anderer Meinung ist? Somebody call somebody.
Weiter geht's mit den Links vom Mai:
Der Standard (01.05.2009) äußert sich zur weltweit tendenziell abfallenden Pressefreiheit, u.a. auch in Taiwan. (Mehr dazu in der Taipei Times "Group monitoring Taiwan Press", 06.05.2009)
In der NZZ (02.05.2009) wird deutlich, dass die Degradierung Taiwans von einem Staat zu einer Region unter der Ma Ying-jeou-Regierung erste Früchte trägt. In einem Artikel über die "Renaissance der Atomenergie" steht dort:
Laut der IAEA beschränkt sich die Zahl derjenigen, welche die Kernenergie für zivile Zwecke nutzen, derzeit auf 30 Staaten sowie Taiwan.An anderer Stelle ging sie im Zusammenhang mit der "Schweinegrippe" auch kurz auf Taiwans Zulassung als Beobachter zur WHA ein (unter "Chinas neue Einstellung").
Über die Pekinger Kunstausstellung "Art Beijing" an der auch ein Taiwaner beteiligt ist, schreibt Eugenia Hu für Welt Online (02.05.2009):
Die Main Trend Gallery aus Taipeh veräußerte eine 4-teilige Fotoarbeit des 1956 geborenen Taiwan-Chinesen Wu Tien Chang an einen Europäer - für 48 000 Dollar. Inspiriert von Pieter Breughel transformiert Chang in seiner inszenierten Fotoarbeit Figuren des Altmeisters in eine Welt zwischen kalten Betonburgen und "Starbucks"-Wärme.
(Hoffentlich werden solche Formulierungen ein Trend, und wir lesen demnächst auch: Inder-US-Amerikaner, Singapur-Chinese usw.)
Newsclick.de (06.05.2009) stellt in einem kurzen Beitrag den Gründer des "Cloud Gate Dance Theatres" 雲門舞集, Lin Huaimin 林懷民, vor. Interviews mit Lin gab es auch bei Welt Online (11.05.2009) und der Frankfurter Rundschau (11.05.2009). Noch mehr beim Tagesspiegel (19.05.2009).
In der Allgemeinen Zeitung (laut Eigenaussage "älteste Tageszeitung Namibias", 07.05.2009) gab es einen Artikel über Chinas Engagement in Afrika. Darin lässt sich der Sonderbotschafter Pekings für Afrika, Liu Guijin, mit den Worten zitieren:
„Wir mischen uns nicht in die internen Angelegenheiten ein und knüpfen an Unterstützung keinerlei Bedingungen.“Der Journalist der AZ reagiert darauf mit einer Frage, die nur als brilliant bezeichnet werden kann und die Heuchelei hinter dessen Worten aufdeckt:
Auf die Frage der AZ, ob die Nicht-Anerkennung des Staates von Taiwan sowie die Nicht-Anerkennung des tibetanischen geistlichen Führers im Exil, des Dalai Lama, als Voraussetzung für freundliche Beziehungen zwischen China und individuellen Afrika-Ländern gälten, räumte Guijin ein, dass Taiwan von wesentlicher Bedeutung sei, da die Volksrepublik die Wiedervereinigung mit der Insel anstrebe. „Die Anerkennung des vereinigten China ist von fundamentaler Bedeutung und für bilaterale politische und Wirtschaftsbeziehungen unbedingt wichtig. Die Mehrzahl der Staaten (in Afrika) haben das anerkannt.“ Guijin hat die Frage nach dem geistlichen Führer Dalai Lama unbeantwortet gelassen.
Spiegel Online (14.05.2009) mit einem gut informierenden Artikel zu einem neuen Chiang Kai-shek gewidmeten "Diktator-Museum". (Zum merkwürdigen Artikel über CKS in der taz hatte ich schon hier geschrieben.)
Die Rheintalische Volkszeitung (15.05.2009) über den Besuch eines taiwanischen Wing-chun-Kung-Fu-Großmeisters bei seinen ehemaligen Schülern.
SZ (18.05.2009): US-Präsident Obama ernennt den ehemals als Missionar in Taiwan tätigen Jon Huntsman zum neuen Botschafter in China.
In der Kleinen Zeitung (20.05.2009) gibt es einen Artikel, der sich - anscheinend aus Anlass der Demonstrationen (siehe mein vorheriges Post für die Proteste in Kaohsiung) wiedermal mit der "Entspannung" zwischen Taipeh und Peking beschäftigt, die natürlich nur eine Entspannung zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien KMT und KPCh ist. Auch schade, dass hier ohne weitere Angaben nur die Demonstranten-Teilnehmerzahl ausgegeben wird, die der Bürgermeister von Taipeh (KMT!) vorgelegt hat. Erfrischend abwechselnd ist aber der Schluss:
Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Chen Shui-bian betrachtet der 58-jährige Ma die Insel ebenso wie Peking als untrennbaren Teil Chinas. Mas Regierung lehnt die staatsrechtliche Eigenständigkeit Taiwans ebenso ab wie eine Vereinigung mit dem Festland unter den derzeitigen Bedingungen.
Zwar betont auch Ma die Souveränität der Insel, aber nicht unter dem Namen "Taiwan".
Auch der Artikel in der SZ (20.05.2009, ganz unten) gibt nur die Teilnehmerzahlvorgabe des Taipeher Bürgermeisters wieder.
Die FAZ (21.05.2009) (und viele andere) berichteten über den eher unharmonische EU-China-Gipfel. Weil Chinas Regierung jedwede Einmischung in seine "inneren Angelegenheiten" verbietet, "lehnte Peking einen Passus ab, in dem eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen China und Taiwan gefordert wird."
20min.ch (22.05.2009) mit einem kurzen Beitrag über das World-Games-Stadion hier in Kaohsiung. Ich denke, dass ich mir das so langsam auch mal anschauen gehen muss. [Nachtrag: bereits erledigt.]
Auch auf Welt Online (22.05.2009) gibt es einen Text, anlässlich der Pressekonferenz Ma Ying-jeous für ausländische Journalisten. Schade, dass trotz der Länge dieses Textes nur ein einziges Sätzchen auf den Widerstand der Opposition eingeht und sich der Rest fast wie ein Werbetext zur bisherigen Regierungszeit (inklusive der "Leistungen") des Präsidenten, der umfangreich zitiert wird, liest. Ähnliches gilt auch für den Artikel vom 25.04.2009. Was denn nun, "neuer Pragmatismus" oder "alter Status quo"? Beides Begriffe, die gerade in ihrer widersprüchlichen Verwendung einer gründlichen Hinterfragung bedürfen.
Dass Präsident Ma vor kurzem eine Pressekonferenz gegeben hat, hat unter anderem zur Folge, dass auch in der ZEIT (24.05.2009) noch mal ein kurzer und bündiger Artikel zu Taiwan steht, der auf das geplante Handelsabkommen mit China eingeht.
Wenn man etwas ausbalanciertere Texte lesen will, hilft einem RTI weiter (hier über die sehr nützliche Seite China-Observer): so z.B. über das von der Opposition angestrebte Referendum über ein Wirtschaftsabkommen zwischen Taiwan und China.
Auf Finanznachrichten.de (25.05.2009) will man mit einigen "China-Mythen" aufräumen, u.a. dass es Taiwan angreifen will. Der Autor schreibt in seinem Fazit:Ich kann derzeit wahrlich keine Anzeichen dafür erblicken, dass sich China militärisch austoben will oder gar nur seine Muskeln spielen lässt. Außer dem Tibet-Konflikt und den Unruhen in den islamischen Westprovinzen ist alles ruhig im Land des großen Drachen. [...]
Ob 1300 auf Taiwan gerichtete Raketen und das immer noch gültige "Anti-Sezessionsgesetz" als "Anzeichen" nicht ausreichen? Und sind die in den letzten beiden Jahren mehrmals stattgefunden habenden Vorkommnisse, in denen China die US-amerikanische Marine vor den Kopf gestoßen hat oder die immensen Militärausgaben (ja, kein Vergleich zu den USA - aber von wem wird China militärisch bedroht?) keine Muskelspielerei? Stattdessen soll man glauben, wenn China stets "seine Friedfertigkeit" betont und das trotz territorialer Ansprüche über Gebiete seiner Nachbarstaaten? Natürlich wäre ein Krieg mit Taiwan (oder sonst einem Land der Region) absolut irrational angesichts der wirtschaftlichen Verflechtung, aber wurden Kriege bisher immer nur aus rationalen Gründen geführt?
Bleibt zu hoffen, dass der Autor trotzdem Recht hat.
Die Epoch Times Deutschland (25.05.2009) bringt einen Hintergrundartikel über den taiwanischen Schwertmacher Chen Shih-Tsung.
Der Standard bringt noch einmal einen Artikel zum Prozess um Ex-Präsident Chen. Dem Titel nach scheint man sich hier in die Welle der Vorverurteiler einreihen zu wollen, tatsächlich ist der Artikel in seinen Beurteilungen bezüglich der Konsequenzen für die Opposition und ihrer Ideale aber ziemlich treffsicher. Bleiben ein paar Kleinigkeiten, die negativ auffallen: Nicht Su Tseng-chang, sondern Chang Chun-hsiung war der letzte Premier unter Chen Shuibian - kann man aber bei den vielen Routierungen schon mal durcheinanderbringen. Unbedingt anmerken sollte man aber, dass Chen nicht vor allem in der DPP noch Annhänger hat, sondern bei den diveren Organisationen, die sich für die Unabhängigkeit Taiwans einsetzen (längst keine alleinige Domäne der DPP!), und die vor allem für die Ausrichtung des Protestmarsches in Kaohsiungs verantworlich zeichneten (die "offizielle" Demonstration der DPP hat sich auf Taipeh konzentiert). (Überhaupt hat die Zeitung die Entwicklungen um den Prozess im Mai mit Kurzmeldungen begleitet, siehe auch hier und hier.)
Die Prager Zeitung (27.05.2009) mit einem interessanten Artikel über das Verhältnis Tschechien-Taiwan.
via GoogleNews (28.05.2009): Internetbetrüger in Taiwan gefasst.
Zwei Videobeiträge gab es bei Spiegel Online: "Chinesische" Dschunke sinkt vor der Küste Taiwans und ein Kran in Taipeh fällt auf Bus mit chinesischen Touristen.
Die andere Seite:
Zum Treffen KPCh-KMT-Treffen zwischen den jeweiligen Vorsitzenden Hu Jintao und Wu Poh-Hsiung gab es auch bei China Radio International einige Beiträge, die betonen wie wichtig diese Maßnahmen "für die Vertiefung des Vertrauens zwischen beiden Parteien" (sic!!) seien. Man beachte auch wie einem hier ganz im Zeichen des "Realität durch Wiederholung schaffen"-Prinzips das Wort "Inselprovinz" unter die Nase gerieben wird. Ganz so als wolle der Artikel in, neben, hinter, vor und natürlich auch zwischen jeder einzelnen Zeile sagen: And don't you forget it!
Auch bei anderen Artikeln zum Thema gab es Stilblüten, die den ideologischen Sprachkonventionen geschuldet sind, z.B. ist in diesem und diesem (und einer Reihe anderer) die Rede von der "chinesischen KMT" bzw. der "chinesischen Kuomintang", also dem Äquivalent zu eines Begriffes wie der "deutschen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands".
Kein Zufall, dass auch die chinesischen Medien in diesem Zusammenhang den Vorteil von Umfragen erkannt haben, solange sie nur die eigene Linie günstig wiedergeben.
Wirtschaft und Technik:
Emfis.com (04.05.2009) schreibt über äußerst positive Prophezeitungen von Goldman Sachs für den taiwanischen Aktienmarkt im Zuge der zunehmenden Zusammenarbeit zwischen China und Taiwan. Auch 4investors.de (06.05.2009) bringt Zahlen zum sich rapide erholenden TAIEX. (In der FAZ vom 30.04.2009 sah man das noch skeptischer, dort war zu lesen: "Die allgemeine Wirtschaftseuphorie, die sich kleinsten Anzeichen für eine Stabilisierung auf niedrigstem Niveau ableitet, zeigt sich auch in Taiwan in extremer Form.")
Im Handelsblatt (05.05.2009) sieht man die Wirtschaftskrise als Auslöser für eine Annäherung zwischen China und Taiwan, die eigentlich eine Annäherung zwischen der KPCh und der KMT ist. Und für diese sich hier im Sinne einer "Stärkung der taiwanesischen Märkte" durchaus auch positiv ausgesprochen wird, selbst wenn das den "separatistischen Kräfte[n] der demokratisch regierten Insel [sic!!!]" nicht gefallen sollte.
IT-News (07.05.2009) mit der Meldung, dass der Einstieg von der China Mobile bei der taiwanischen Telekommunikationsfirma Far Eastone aufgrund des Einschreitens von Taiwans Medienaufsichtsbehörde (NCC) vorübergehend gestoppt wurde.
Aktienchek (14.05.2009) meldet, dass AIG über den Verkauf seiner taiwanischen Lebensversicherungssparte nachdenkt. Und etwas später (21.05.2009), dass sich die Wirtschaftsleistung der Insel stark verringert hat.
N-TV (15.05.2009, Mitte): schreibt, dass die "verbesserten Beziehungen" auch auf den Aktienmarkt in China positive Auswirkungen haben.
BörseGo (18.05.2009) meldet die Ernennung des Taiwaners James C. We in den Vorstand von Beiersdorf. Und dass die Arbeitslosenrate auf ein Rekordhoch angestiegen ist. (22.05.2009)
Die FAZ (21.05.2009) bringt einen längeren Artikel darüber, wie die Annäherung Taiwans an China der Börse auf der Insel hilft. Leider finden sich auch hier übliche historische Vereinfachungen in Artikeln über Taiwan, z.B.:
Chinesische Unternehmen dürfen erstmals wieder in Taiwan investieren, was ihnen seit der Abspaltung der Insel vom Reich der Mitte im Jahr 1949 verwehrt war.
Tatsächlich hat es keine "Abspaltung der Insel" gegeben, sondern nur ein Auseinandergehen der beiden Bürgerkriegsparteien KPCh und KMT, von denen letztere als Fremdregime auf Taiwan insbesondere durch die USA geschützt und toleriert worden ist.
Heise Online (25.05.2009) über Proteste gegen taiwanischen Apple-Zulieferer.
Die SZ (28.05.2009) über den Niedergang einer taiwanischen Weltmarke (BenQ).
RTI/China-Observer (28.05.2009) über "Taiwans optimistisch schwächelnde Wirtschaft".
Ankündigung: Da in Taiwan der erste Fall der neuen Grippe vorliegt, weist das Deutsche Insitut erneut auf die relevanten Informationen auf ihren Internetseiten hin.
In eigener Sache: Wie dem ein oder anderen aufgefallen sein dürfte, hat sich das Layout des Blogs während der letzten paar Tagen etwas verändert. Eine der Hauptumstellungen neben der nun dreispaltigen Vorlage ist der Umzug meiner Bilder auf die Flickr-Server. Die Zeit war schon lange reif dafür, das ungelenke und in seinen Funktionen arg eingeschränkte Bildbearbeitungswerkzeug von Blogger in die Mottenkiste zu packen. Unter anderem sind jetzt auch größere und klarere Bilder möglich. Je nach Zeit und Lust werde ich rückwirkend einige der Foto-Beiträge überarbeiten (so wie u.a. bereits geschehen mit dem vom Protestmarsch in Kaohsiung diesen Monat) sowie versuchen, das Layout noch weiter zu optimieren. Feedback gerne erwünscht!
Taiwanlinks im April 2009
Politik, Kultur und immer wieder "Taiwan, das Randthema"©:
Welt Online (02.04.2009): hat ein Video von taiwanischen Maßnahmen zur Schmetterlingsrettung. (Sehr schön! Und jetzt bitte mehr davon zu den wichtigen Themen!)
Reisenews-Online (07.04.2009): über die Gewinner der von der UNICUM-Zeitschrift und des taiwanischen Tourismusbüros verlosten Stellen als "Taiwan Scouts", die in einem Blog über ihre Taiwan-Erlebnisse berichten. Herzlichen Glückwunsch! Außerdem vergibt Taiwan nach dem Vorbild Australiens ebenfalls einen "besten Job der Welt" (Spiegel, 29.04.2009).
Die Lübecker Nachrichten (06.04.2009) mit einem Artikel über den deutschen Sänger Maximilian Hecker, der in Asien besser ankommt als daheim:
"Meine scheinbar kitschige Musik wird hier [in Deutschland] häufig nicht ernst genommen und belächelt. Wenn jemand ein Liebeslied singt, ist das uncool und weibisch." 70 Prozent seiner asiatischen Fans seien Frauen, erklärt der schmächtige Künstler. "Für die ist es interessant, dass ich ein Männerbild verkörpere, das sie nicht kennen."(Auch die Einstellung zur Musik ist eine andere. Selbst der härteste, ganzkörpertätowierte, Betelnuss kauende Taike (台客) ist sich wohl nicht zu schade dafür, oder liebt es sogar (spätestens nach ein paar Bechern Kaoliang), bei einer nächtlichen Karaokesitzung alle Anwesenden mit dem nächstbesten Schnulzensong zu beschallen.)
AP (16.04.2009): China setzt Aufrüstung seiner Marine fort. Mehr dazu beim Handelsblatt (24.04.2009).
Tagesschau (17.04.2009): Laut einer Studie der Universität von Arkansas und der Nationaluniversität Taiwan macht Fast-Food zwar dick, aber glücklich. (Ok, wer sagt es Morgan Spurlock?)
Der Spiegel (19.04.2009) (sowie etwas später die FAZ, 28.04.2009) berichtet über die Reaktionen auf Äußerungen Jackie Chans auf dem Wirtschaftsforum von Boao. Der Filmstar sagt, er sei sich nicht sicher, ob man den Chinesen zu viel Freiheit gewähren solle, da es in China sonst womöglich so chaotisch zugehen werde wie in Taiwan und dass er von nun an seinen Wohnsitz nach Pjöngjang verlegen will.
AP (23.04.2009) bringt eine Liste mit Filmen, die im kommenden Cannes-Wettbewerb laufen, darunter auch der taiwanische Festival-Liebling Ang Lee (李安) mit seinem neuen Film "Taking Woodstock". (Vielleicht nicht ganz zu Unrecht hat man in einer späteren Version des Artikels aus "Taiwan", "USA" gemacht, dafür aber die französisch-taiwanische Ko-Produktion "Visages" von Tsai Ming-ling hinzugefügt.)
Die Frankfurter Rundschau (24.04.2009) hatte den wohl wichtigsten deutschen Taiwan-Artikel diesen Monat, nämlich den von Bernhard Bartsch über das (Vorspiel zum) dritte(n) Treffen zwischen der chinesischen ARATS und der taiwanischen SEF bezüglich wirtschaftlicher Fragen und einiger damit zusammenhängender Implikationen. BB hat sich darüber hinaus mit einem heute in Taiwan lebenden Anführer der chinesischen Studentenbewegung von 1989 zu einem Interview getroffen.
Die Presse (27.04.2009) mit einem Artikel über den florierenden deutschen Waffenhandel, in dem auch Taiwan Erwähnung findet. Es geht zwar nicht direkt hervor, ob Deutschland, das bekanntlicherweise noch immer an einem Embargo für Waffenverkäufe an China festhält, direkt militärische Güter an Taiwan verkauft, aber interessant wäre es, dieser Sache mal nachzuforschen. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern in den vergangenen Jahren gelesen zu haben, dass sich China, wie üblich zu solchen Anlässen, darüber beschwert hätte.
Wirtschaft und Technik:
Handelsblatt (01.04.2009): mit der Meldung, dass der neue staatliche DRAM-Konzern Taiwans (Taiwan Memory Co) Qimonda eine Absage erteilt hat...
Heise Online (02.04.2009): ... dafür aber über eine Partnerschaft mit der japanischen Firma Elpida nachdenkt.
Spiegel Online (04.04.2009): berichtet über die Krise einiger asiatischer Staaten (warum auch immer, aber die Überschrift bezieht sich auf die Tigerstaaten). Ein wenig näheres zu Taiwan erfährt man - na? - genau unter "China".
Und auch sonst sieht es nicht allzu rosig aus in dem Bereich:
ZDNET (06.04.2009): Taiwanischer Handy-Hersteller HTC mit drastischem Gewinneinbruch.
Wallstreet-Online (07.04.2009): Der Negativtrend von Taiwans Exporten setzt sich fort.
Finanzen.net (08.04.2009): Südkorea überholt Taiwan als Marktführer für LCD-Panels.
Positives (?):
TMA (08.04.2009) meldet weitere Direktflüge... zwischen Taipeh und Wien.
Wallstreet-Online (29.04.2009) über Erholung am Aktienmarkt für taiwanische Fluggesellschaften und generelle Kurssprünge (30.04.2009) zum Aprilende (nachdem der TAIEX ein paar Tage zuvor aufgrund umtriebiger Einflüsse der neuen Geißel der Menschheit und, wie zu befürchten ist, auch der Nutztiere und der Vogelwelt der Schweinegrippe noch ein "Drei-Wochen-Tief" durchmachen musste - hach ja, der Aktienmarkt, man muss ihn nicht verstehen).
N-TV (29.04.2009) meldet, dass Taiwan chinesische Investitionen erlauben will. Der Einleitungssatz: "Das Tauwetter in den Beziehungen zwischen China und Taiwan treibt auch in der Wirtschaft neue Blüten. " (Leider keine rhetorischen.)
Auch net-tribune (30.04.2009) meldet, dass Taiwan chinesischen Investoren Aktienkäufe erlauben will. (Der letzte Absatz des Artikels ist wohl nach dem Baukastenprinzip entstanden.)
IT-News (30.04.2009) meldet einen heftigen Gewinneinbruch des weltgrößten Chipherstellers TSMC und in einem anderen Beitrag, dass die chineische China Mobile versucht, im Mobiltelefonmarkt Taiwans Fuß zu fassen (29.04.2009). Neben dem üblichen Abspaltungs-Faux-pas, steht im Artikel noch:
China Mobile werde rund 528 Mio. US-Dollar für eine Beteiligung an Far Eastone zahlen. Damit erhalten die Chinesen einen Anteil von rund zwölf Prozent an den Taiwanesen.(Lieber wäre ihnen ein bestimmt ein Anteil von 100% an den Taiwanesen.)
Die Thurgauer Zeitung (30.04.2009) mit einem kurzen Video zu einem neuen ultraflachen Lautsprecher made-in-Taiwan.
Das Deutsche Institut in Taipeh macht auf Informationen zur "Schweinegrippe" und - viel wichtiger - die bald anstehenden Bundestagswahlen aufmerksam (die Sechswochenfrist für die Anmeldung zur Wahl des Europaparlaments [7. Juni] ist bereits abgelaufen! [Ergänzung: Da war ich etwas voreilig: eine Frist gibt es nicht, jedoch wird empfohlen, die Unterlagen sechs Wochen vor dem Wahltermin abzuschicken, damit genügend Zeit für die Bearbeitung gegeben ist.])
Anmerkung: Der späteren Übersichtlichkeit halber habe ich diesen Beitrag unter seinem Entwurfdatum veröffentlicht.
Taiwanlinks im März 2009
Politik, Kultur und immer wieder auch "Taiwan, das Randthema":
TAZ (05.03.2009): über die Weiterentwicklung der chinesischen VBA im "Jahr der Jubiläen".
Welt Online (06.03.2009): mit einem Artikel und einem Kommentar zu Chinas Konjunkturprogramm. (Bei letzterem steht am Schluss: "Aber um dem Ganzen noch eine etwas positivere Ausrichtung zu geben, kündigte der Premier ernsthafte Friedensgespräche mit dem 'abtrünnigen' Taiwan an." - der Autor setzt "abtrünnig" in Anführungszeichen, ob er sich selbst zitiert?)
FAZ (10.03.2009): Mark Siemons mit einem natürlich auch im Bezug auf Taiwan interessanten Artikel über "Chinas Blick auf Europa". Gleiches gilt für den Artikel in der NZZ, der uns einmal mehr über Chinas Geschichtsverständnis in Bezug auf Tibet aufklärt.
NZZ (14.03.2009): einmal über "Konträre Signale Wen[Jiabao]s zu Taiwan und Tibet". (Leider einer dieser Artikel, die nur aus der Sicht Chinas geschrieben sind. Damit meine ich nicht, dass derselbe Standpunkt vertreten wird, sondern dass nicht auf die politischen Entwicklungen in Taiwan eingegangen wird, die eine zentrale Ursache dieser "konträren Signale" sind.) Und einmal über "Scharfe Sicherheitsvorkehrungen in Tibet" anlässlich des Jahrestags des Aufstands von 1959, der auch auf Demonstrationen für Tibet in Taiwan eingeht (die in der englischsprachigen Blogosphäre gut abgedeckt wurden).
Die Presse (16.03.2009): berichtet über den anachronistischen Beschluss der taiwanischen Regierung, die eigene Truppenzahl drastisch zu reduzieren. (Erwähnt nicht, dass überdies bis 2014 auch die Wehrpflicht abgeschafft werden soll.)
Die Taipeh-Vertretung (17.03.2009): macht auf das Ende März in China beginnen und dann fortgesetzt werdende 2. Buddhistische Weltforum aufmerksam. (Das - kaum begonnen - aufgrund denkwürdiger Äußerungen einiger hochrangiger Teilnehmer in der "grünen" Presse für aufgeregte Reaktionen sorgt.)
Spiegel Online (25.03.2009): über die in die Endrunde gelangte Bewerberin Clare Wang (王秀毓) aus Taiwan um den "besten Job der Welt" mit dem entsprechenden Video.
Welt Online (26.03.2009): schreibt über Chinas "erzürnte" Zurückweisung des US-Rüstungsberichtes. Noch einmal hier.
NZZ (26.03.2009): bringt einen Bericht über den begonnen habenden Prozess gegen Ex-Präsident Chen. (Nebenbemerkung: bedauernswert, dass auch die NZZ es noch nicht schafft hat, sich von dem "abtrünnige Provinz"-Mythos zu trennen. Aber immerhin ist der Artikel weitaus besser als der AP-Artikel bei Yahoo. In dem steht u.a.: "In den acht Jahren als Präsident hatte Chen Taiwan auf einen Kurs der Unabhängigkeit von China gebracht." - denn vorher war Taiwan ja "nur eine abtrünnige Provinz" oder wie?)
Reisenews-Online (27.03.2009): informiert über das diese Woche stattfindene Gourmet-Festival, an dem renommierte Köche aus Taiwan traditionelle Gerichte des Landes zubereiten.
TAZ (27.03.2009): berichtet über das Vorhaben der letztes Jahr in die Kritik geratene China-Redaktion der Deutschen Welle in ihren Seiten Tibet, Taiwan und Tian'anmen-Themen zukünftig stärker zu berücksichtigen. Ich werde mir demnächst noch mal ein paar der chinesischen Artikel vornehmen. (Mein Beitrag von vor einem halben Jahr zum Thema ist hier.)
Wirtschaft und Technik:
Manager-Magazin.de (03.03.2009): befragt den Geschäftsführer von Asus zu seinen Zukunftsplänen.
Süddeutsche Zeitung (04.03.2009): mit Cebit-Specials zur Rolle von Asus bei der Entwicklung von Mini-Laptops und dem Plagiat-Problem auf der Ausstellung.
Financial Times Deutschland (05.03.2009): darüber, wie Taiwans Regierung seinen Computerchip-Herstellern helfen will. Mehr zu den staatlichen Rettungsaktionen auch hier.
Heise Online (09.03.2009): über die Bildung eines taiwanischen DRAM-Firmenkonglomerats.
BoerseGo.de (23.03.2009): über Taiwans besorgniserregende Arbeitslosenrate...
Wallstreet-Online (24.03.2009): ... die mit einem drastischen Einsturz der Exporte einherkommt.
Welt Online (25.03.2009): mit der Meldung, dass sich die "Taiwanesen" für den Chiphersteller Qimonda interessieren.
IT Times (30.03.2009): über Terry Gous Pläne einer Rückverlagerung der Produktion von China nach Taiwan.
Taiwanlinks im Februar 2009
- Yahoo Deutschland: Die deutschen Außenhandelskammern und die IHK Hannover veranstalten u.a. im Beisein unseres ehemaligen Bundeskanzlers und Ein-China-Fürsprechers Gerhard Schröder am 12. März einen "Greater China"-Tag. (Na ja, Glos wird wohl nicht mehr auftauchen.) Auf den über "Chancen und Risiken im China-Geschäft" (sic!) hingewiesen werden soll. (03.02.2009)
- Heise Online: Taiwanische Firmen kündigen Abwesenheit auf der kommenden CeBIT an. (04.02.2009)
- Zeit Online: Yuanliner Geburtsklinik im Hello Kitty-Design. (04.02.2009)
- Reisenews Online: stellt Kaohsiung vor, den Ausrichtungsort der kommenden World Games (世運) (Zeit der Austragungen: 16.-26.07.) (05.02.2009)
- Taipeh Vertretung in der BRD: Einige taiwanische Produktionen außerhalb des Wettberwerbs der Berlinale. (05.02.2009) (Mehr Hintergrundmaterial zur deutsch-taiwanischen Ko-Produktion "Ghosted" [chin. Ai-mei] von Monika Treut hier und etwas älter hier.) Außerdem wird gemeldet, dass Taiwan auch Gast auf der im März stattfindenden Leipziger Buchmesse (.doc-Datei) sein wird.
- N-TV.de: über Maßnahmen der taiwanischen Regierung und Unternehmen, um der der Finanz- und Wirtschaftskrise geschuldeten rapiden Zunahme der Arbeitslosigkeit (Schätzungen liegen momentan zwischen 5% und 9%) entgegenzutreten. (07.02.2009)
- Tagesschau.de: Klaus Bardenhagen (Blog) schreibt erfrischend frei vom Sumpf festgefahrener Terminologien, der sonst (vor allem die deutschsprachigen) Medienergüsse zu Taiwan-China dominiert. (08.02.2009) Außerdem gab es noch einen Audiobeitrag des Tokio-Korrespondenten Peter Kujath zur "Panda-Diplomatie" (08.02.2009).
- Welt Online: In Taipeh wurde ein Deutscher des Drogenschmuggels überführt. Darauf steht in Taiwan die Todesstrafe. (09.02.2009) Dass sie in diesem Fall angewendet wird ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.
- IT-Times.de: Weitere Umsatzeinbrüche für Taiwans Halbleiterindustrie. (10.02.2009) Und via zdnet.de: TSMC geht davon aus, dass das Schlimmste erst noch kommt. (Ein mittlerweile aller Orten zu hörendes Bonmot.) (20.02.2009)
- Blick.ch: Video zur Taidonger Variante des Laternenfests. (10.02.2009)
- PRCenter.de: Die Taipeh Vertretung kündigt eine Ausstellung kolorierter Holzschnitte von Lin Chih-hsin an, die noch bis zum 4. Oktober im Staatlichen Museum für Völkerkunde (München) zu betrachten sein wird und gibt ein paar Hintergrundinformationen zu der in Taiwan (wie auch Südchina) äußerst beliebten und verehrten Göttin Mazu 媽祖, die Thema dieser Holzschnitte ist. (10.02.2009)
- Netzeitung: Taiwanischer Spieleentwickler mit ambitionierten MMORPG-Plänen. (12.02.2009)
- Dradio Kultur: Über die Zusammenarbeit der Palast-Museen Taipehs und Pekings. Und ja, der erste Satz lautet "Wiedervereinigung auf Chinesisch".
- Welt Online: Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) wirbt für erneuerbare Energien in Taipeh. (20.02.2009)
- Hohe Wellen schlug der Besuch der neuen US-Außenministerin in China, der einem auch wieder die Bedeutung von Realpolitik vor Augen führt: so sollen Themenkomplexe wie Menschenrechte, Tibet oder Taiwan einen zukünftigen Dialog der beiden Supermächte "nicht mehr stören" (Faz.net, 21.02.2009). Was das genau bedeutet, etwa für weitere oder noch ausstehende Waffenlieferungen der USA an Taiwan, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wird deutlich, dass "Pragmatismus" (lies: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Kooperation zw. China und den USA) einmal mehr nur eine Dienstleistung zu sein scheint, die im Zweifelsfalle gegen Menschenrechte oder Unterstützung demokratischer Bestrebungen eingetauscht werden kann (Ganz zu schweigen davon, dass ein Großteil der chinesischen Devisenreserven aus US-Staatsanleihen besteht), wie z.B. im Absatz eines FR-Artikels (Hillary Clinton bandelt mit China an, 22.02.2009) deutlich wird: "Es ist wichtig, dass die Vereinigten Staaten und China ein positives, von Kooperation geprägtes Verhältnis pflegen", erklärte Clinton. Die Förderung der Menschenrechte bliebe zwar ein "zentraler Aspekt" der US-Außenpolitik, dürfe aber nicht "die globale Wirtschaftskrise, die globale Klimawandelkrise oder die Sicherheitskrisen beeinflussen", sagte Clinton.
- Natürlich ist es aus dieser realpolitischen Sicht dann auch Taiwan, dass die Beziehungen zwischen China und den USA "belastet" (heute.de, 20.02.2009) und nicht etwa Chinas Expansionsbestrebungen und militärische Bedrohungen gegenüber seinem Nachbarn. IMO hatte die Neue Zürcher Zeitung hierzu den besten Hintergrundartikel (Charme-Offensive Clintons in China, 23.02.2009).
- Frankfurter Rundschau: mit der Meldung, dass Ang Lee Jury-Präsident der kommenden Biennale werden wird. (2007 hatte er dort zum zweiten Mal den Hauptpreis abgeräumt. Meine damaligen Beiträge dazu: hier, hier und hier.) (27.02.2009)
- Das US Department of State veröffentlichte seinen Human Rights Report 2008 zu Taiwan. Obwohl insgesamt keine negative Beurteilung vorliegt, werden Taiwan unter anderem Gewalt gegenüber Frauen und dem nach wie vor vorhandenen Menschenhandel, unter dem vor allem die als billige Arbeitskräfte angesehenen Südostasiatinnen zu leiden haben, vorgeworfen. - Leider beides Vorkommnisse, von denen jeder, der längere Zeit auf der Insel verbracht hat, schon etwas mitbekommen haben dürfte. (25.02.2009)
- Ergänzung 02.03.2009: Das Beste fast vergessen: Unbedingt lesenswert ist das Interview mit Ma Ying-jeou in der "pro-grünen" Taipei Times. (20.02.2009)
Taiwanlinks im Januar 2009
- Welt Online hat, neben vielen anderen, eine Besprechung des Films die "Reise des chinesischen Trommlers" im Angebot, eine Co-Produktion aus Hongkong, Taiwan und Deutschland mit dem Sohn von Jackie Chan 成龍 in der Hauptrolle. (02.01.2009)
- Sie SZ bringt einen Artikel über den taiwanischen Erfinder der elektrischen Klospülung: Teng Hung-chi. (03.01.2009) (Leider scheint der Autor ziemlich unentschlossen in der Bezeichnung von Tengs Heimatland oder ob er den Widerspruch in seiner Formulierung "Die abtrünnige chinesische Provinz gehört zu den kreativsten Ländern Asiens" [meine Hervorhebung] nicht bemerkt hat? Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie die von den westlichen Medien erfundene Formel der "abtrünnigen Provinz" nun immer öfter auch von selbigen als Tatsache angesehen wird.)
- Die Welt über den "Deal des Jahres", der auf Kosten Taiwans gehen würde. Denkwürdiger Ansatz. (03.01.2009)
- Image Tours weist auf das neue großflächige Rauchverbot hin, das diesen Monat in Taiwan in Kraft getreten ist. (14.01.2009)
- Die FR mit einer kurzen Meldung über einen Unfall auf einer der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken in Taiwan. (17.01.2009)
- Nein, das war nun wirklich nicht vorhersehbar, dass gerade dieses Thema auch hier Beachtung finden würde. (18.01.2009)
- N-tv.de mit einem kleinen Beitrag zur Ausgabe der Konsumgutscheine. (18.01.2009)
- Spiegel: Taiwan lehnt chinesische Eskorten im Golf von Aden ab. (19.01.2009)
- NZZ, SZ und Zeit können sich für das Design des Kleides der neuen US-First Lady Michelle Obama begeistern, das von dem Taiwaner Jason Hu 吳季剛 entworfen wurde. Er selbst kann seinen Erfolg noch nicht so recht fassen (TT, 23.01.2009). Für die nächste Zeit hat der 26jährige sicherlich erstmal ausgesorgt.
- Essen wie im Airbus? Kein Problem in diesem Taipeier Restaurant (Video). (Endlich kann man irgendwo essen wie im Flugzeug... ähm... juchu...?) (23.01.2009)
- Neue Erkenntnisse der Infektionsbiologie untermauern die These der menschlichen Besiedlung des Pazifiks von Taiwan aus (23.01.2009). (mehr auch hier, hier und hier.)
- Der weltgrößte Chipfertiger, die Taiwan Semiconductor Company, ist durch die Finanz- und Wirtschaftskrise stark angeschlagen (23.01.2009).
- Die Epoch Times bringt einen Beitrag zum Spionagevorfall im Präsidentenpalast Taiwans. (19.01.2009)
- Im Handelsblatt ein Bericht vom Wen-Merkel-Treffen, bei dem unsere Bundeskanzlerin einmal mehr betont hat, an der Ein-China-Politik festzuhalten. (29.01.2009)
- Und weil sie doch so unendlich süß und knuddelig sind, bringt die SZ direkt mal noch ein Video zu den "Freundschafts-Geschenken" Chinas. Und natürlich geht der Beitrag ganz in qualitätsjournalistischer Tradition auf die wirklich kontroversen Fragen ein, die das Thema umnebeln, wie z.B. die Tatsache, dass einige Menschen stundenlang warten mussten, um die Tiere zu sehen, sie dann aber nur kurz in Augenschein nehmen durften. Argh. (26.01.2009)
- Im AFP-Beitrag hat man den Köder, der durch die Namensgebung der Pandabären nicht gerade subtil unters Volk gebracht werden sollte, auch schon geschluckt und redet dementsprechend unreflektiert von "Wiedervereinigung". (26.01.2009) Die armen Leute im Pekinger Propagandaministerium werden wohl bald arbeitslos sein. Nein, dieser Artikel zeigt, freilich ebenfalls ohne sich mit allzu vielen Details aufzuhalten, dass es auch ein klein wenig differenzierter geht. (26.01.2009)
- Ergänzung 18.03.2009: Ursprünglich als Beitrag geplant, aber nicht dazu gekommen, daher noch nachträglich der Hinweis auf die Artikel in der Frankfurter Rundschau und der NZZ zu Chinas Weißbuch zur Verteidigung (二00八年中国的国防白皮书). [Kurze Erwähnung findet es bei mir hier.]
Aus der Rubrik "Taiwan als Randthema" und Regionenübergreifendes:
Schickt auch die Insel Schiffe ihrer Marine zur Piratenbekämpfung in den Golf von Aden?; Taiwan als Opfer chinesischer Cyberangriffe; der ehemalige Premier Singapurs (und laut Zeit der "bedeutenste Politiker Asiens") Lee Kuan Yew im Interview mit der Zeit; was für eine Überraschung: auch China ist von der Wirtschaftskrise betroffen und droht die Wirtschaft der Welt im allgemeinen und die seiner Nachbarn im besonderen mit sich runterzuziehen; was für eine Haltung wird der neue US-Präsident Obama gegenüber China an den Tag legen? Peking jedenfalls warnt die neue Regierung in Washington schon mal vor, sie möge bei Themen wie Taiwan umsichtiger sein (alternativ auch hier nachlesen). NZZ: Gibt es eine Allianz zwischen Russland und China gegen den Westen?
Außerdem gab es im Januar die neue Ausgabe von Taiwan heute. Die vom taiwanischen Government Information Office (in gewisser Weise immer noch das Propagandabüro der Regierung) herausgegebene Zeitschrift hat auch dieses Mal wieder ein paar interessante Artikel zu bieten. Neben Zusammenfassungen der kürzlichen Änderungen im taiwanisch-chinesischen Verhältnis (hier und hier) gibt auch auch wieder ein paar Beiträge mit kulturellem Schwerpunkt wie zu Filmen und Comics aus taiwanischer Produktion.
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Kunstausstellung Peking-Taipeh, II
Natürlich soll das als politische Geste verstanden werden, als Belohnung dafür, dass der im März 2008 gewählte Präsident Taiwans, Ma Ying-jeou, anders als sein Vorgänger auf alle Andeutungen über eine mögliche Selbstständigkeitserklärung der Insel verzichtet. Deshalb übersieht man in Peking scheinbar, dass die mehr als 650 000 Kunstwerke, die Chiang Kai-Shek 1949 in einer abenteuerlichen Aktion nach Taiwan evakuierte, einst zu den kaiserlichen Schätzen in Pekings Verbotener Stadt gehörten.Es ist schön zu sehen, dass sich der Aspekt der "Belohnung", der sicher nicht nur auf diese Kunstausstellung zutrifft, sondern auf sämtliche Zugeständnisse, die Peking im letzten Jahr gemacht hat und die das Ziel haben, die momentane für die formale Unabhängigkeit Taiwans eintretende Opposition an einer erneuten Regierungsübernahme zu hindern, immer öfter zu lesen ist. Was den Aspekt des "Übersehens" angeht, so gehe ich weiterhin davon aus, dass Peking im Moment durchaus nicht unzufrieden mit dem Verbleib der Palastmuseums-Schätze in Taiwan ist. Denn wie der Artikel weiterhin anmerkt:
Denn der Besitz dieser Dokumente chinesischer Geschichte galt seit mehr als einem Jahrtausend als Zeugnis der Kontinuität der Herrschaft über China, der kaiserlichen wie der republikanischen. Deshalb schmerzt die Regierung in Peking dieser Verlust. Und deshalb hat sie ihren Besitzanspruch nie aufgegeben.Den Besitzanspruch über Taiwan hat die VRCh auch nie aufgegeben, von daher sind die Schätze - Pekings eigener Logik nach - an keinem Ort an dem sie nicht hingehören. (siehe auch meinen alten Beitrag zum Thema hier.)
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Peking und Taipeh mit gemeinsamer Ausstellung?
Als besonders heikel gelten dabei Pekings Anspruch auf vollständige Eigentümerschaft des kaiserlichen Kulturerbes sowie Taipehs sich daraus ableitende Ablehnung, dem Festland Schätze aus der eigenen Sammlung auszuleihen.Dass man in China beschließt die Schätze gar nicht zurück zu geben, ist in meinen Augen schwer vorstellbar, da man damit in erheblichem Maße die öffentliche Meinung in Taiwan gegen sich aufbringen und nur der Opposition hier in die Hände spielen würde, die unablässig vor Annäherungen der KMT-Regierung an China im allgemeinen warnt.
Abgesehen davon würde Peking mit einer solchen Aktion indirekt zugeben, dass Taiwan kein Teil Chinas ist. Denn nach der eigenen Argumentation Pekings sind die Schätze, die CKS nach Taiwan gebracht hat, momentan ja nicht unbedingt an einem Ort, an dem sie nicht sein sollten. Wie vehement Peking normalerweise mit dem Diebstahl eigener Kulturgüter umgeht, sah (oder sieht) man zuletzt an der viel diskutierten Versteigerung zweier Bronzeköpfe, die die Europäer im vorletzten Jahrhundert aus dem kaiserlichen Sommerpalast gestohlen haben, und die von den Chinesen mit Nachdruck zurückgefordert werden (siehe z.B. Mark Siemons: "China gegen Christie's: Die offene Rechnung", FAZ, 26.02.2009). Aber wurden die Schätze aus dem Nationalen Palastmuseum Taiwans bisher schon mal von offizieller Stelle zurückgefordert oder hat Peking nicht auch hier einen ziemlich langen Atem?
Interessant wird es sein zu sehen, ob größerer Widerstand gegen diese Zusammenarbeit aus den Reihen der DPP kommen wird, die, wenn sie Nägeln mit Köpfen machen würde, auch zugeben müsste, dass diese Schätze in Taiwan auf lange Sicht nichts verloren haben. In der Opposition wird man wohl mehr Gewicht darauf legen, in welchem Rahmen sich der Ausstausch bewegt und in wie weit Peking die Aktion politisiert, indem es z.B. wie immer das Ein-China-Prinzip in die Angelegenheit mit einbindet - wie sich auch hier schon wieder länger andeutet (siehe "Taiwan Wary About Lending Treasures", Taipei Times, 21.02.2009).
In Taiwan is it justifiable to charge a citizen of a law that is unconstitutional and being protested upon?
Let’s take a closer look at the Assembly and Parade Act (APA 集會遊行法) that Prof. Lee was indicted to have “violated”
The APA gives wide powers to police to disperse demonstrations and designate restricted areas, while making it compulsory for organizers to apply for permits. Human rights defenders, including students, academics and activists have strongly criticized the unconstitutionality of this law, deemed to have violated Taiwan's Constitution under Article 14, which states clearly that "The people have freedom of assembly and association".
Mr. Lee Ming-tsung (李明聰) or Lin Chia-fan (林佳範) should not have to bear personal burdens of an entire nation’s concern, unless you welcome this unconstitutional law to become harsher.
Asian Forum for Human Rights and Development (FORUM-ASIA) and Taiwan Association for Human Rights (TAHR) have jointly called on Taiwan to respect and protect freedom of expression and freedom of assembly by dropping the charges against two prominent human rights defenders, and amending the Parade and Assembly Law in accordance to the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR) ratified at the Legislative Yuan in March 2009.
Read the Taiwan should drop charges against HRDs and amend parade and assembly law Wed, 01/07/2009 - 12:00 FORUM-ASIA
The indictment, issued on May 15 by the Taipei District Prosecutors’ Office, stated that Lee “is well aware that assembly and parades are prohibited without submitting an application in advance,” but did not do so when he led hundreds of students and civic group members to the sit-in.
Meanwhile, the members of the Wild Strawberry Student Movement slammed the indictment of National Taiwan University sociology professor Lee Ming-tsung (李明璁) for allegedly violating the Assembly and Parade Act (集會遊行法) during a sit-in last November.
Read the entire news, Wild Strawberries slam indictment of NTU professor By Flora Wang and Shelley Huang STAFF REPORTERS Friday, Jun 12, 2009, Page 1
More sneaky APA amendment underway
The latest version of the law makes sure that protesters did not only have to ask for approval beforehand but also gives the local police authority the power to alter approved parade routes, protest sizes or finishing time wherever and whenever they see fit. This is going to be stricter than the Martial Law era. Read the Upcoming protests against the latest KMT amendment of Parade & Assembly Law in Taiwan April 26, 2009 from the In Claudia Jean’s Eyes.
Double standards by the Taipei police authority
Did the red shirt army movement in the fall of 2005 have a permission to protest?
We don’t need an APA in Taiwan
What Taiwan really needs is simply a registration process for a demonstration with the local police authority rather than an application for a permission from the police, so the local police authority will be informed of the gathering but will not have to make a decision on who or where or when to grant a permission.
Currently, the police authority often grants permissions to the pan-blue organized demos while turning down permissions when the applications come from the pan green camp.
Important reference:
Read Taiwanese Students Protest ‘Parade and Assembly Law’ from the China Digital Times
Read Latest Parade & Assembly Law developments from the That’s Impossible! Politics from Taiwan
Read A breakthrough in human rights by Peter Huang 黃文雄 Wednesday, Apr 08, 2009, Page 8* * *Taiwan is not a province of China. The PRC flag has never flown over Taiwan.
Stick that in your clipboards and paste it, you so-called "lazy journalists"!
Optimistic Chinese
It's funny because in English, if I'm going to, say, Kenting, a beach town, I'd say that I will go there to relax, go swimming, get away from it all... but I can't really plan to have fun. I want to, of course, but we'll just see if I have fun when I get there. But in Chinese I just say, "I'm going to Kenting to have fun." The funny part of it is, the Taiwanese take having fun pretty seriously. And how would you know you're having fun unless you're in a big crowd of people, all shouting at once? Yeah.
Another one is this verb "zhao," which I would translate as "searching for" or "looking for", like you zhao a road or your pencil or something. But if a student is, say, rummaging through their bag, and I ask them what they're doing, they always say "I'm finding my pencil," and I know they're thinking of that verb in Chinese. THe power of positive thinking, eh?
Assembly Law attacks freedom of speech
The Taiwan Association for Human Rights (台灣人權促進會; TAHR) and Forum Asia have released a joint statement calling on Taiwan to respect and protect freedom of assembly by dropping charges against two prominent human rights defenders and amend the Parade and Assembly Law (集會遊行法) in accordance to the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR).
The two human rights defenders are Lin Chia-fan (林佳範), President of the Taiwan Association for Human Rights (TAHR), and Lee Ming-tsung (李明聰), Vice-Chairperson of Amnesty International (AI) Taiwan and assistant professor in the Department of Sociology at NTU. Lee and Lin were charged under Article 29 of the Parade and Assembly Law for their involvement in two separate protests in November 2008. Lee was involved in a sit-in outside the Executive Yuan on 6-7 November that marked the beginning of the Wild Strawberry Movement (野草莓學運). Lin led a demonstration at the Legislative Yuan on 19 November calling for amendments to the Parade and Assembly Law.
A recent article (中文) on the Wild Strawberry Movement’s blog says that police presented 20 photographs of Lee holding a megaphone as proof that he planned and led the protest outside the Executive Yuan. The article asks the question whether every person at the protest who held the megaphone could be considered to have been involved in planning the protest. It asks all people at the protest to e-mail photos or video that can be used as evidence of what really happened in front of the Executive Yuan on those two days.
Another case involving the Assembly Law was also in the news today. The Taipei Times reported Panai Luni was served with notice of a fine of NT$30,000 for leading a protest outside the KMT headquarters in Taipei in March this year. The protest was against the demolition of the Saowac Community of Amis people by the Taoyuan County Government. Deputy Precinct Chief Hsu Shao-tsong (徐少聰) was quoted as saying Panai was holding the microphone and giving orders and therefore held responsible.
Residents of the Sanying Community in Taipei County and the Saowac and Kanjin Communities in Taoyuan County and supporters went to the Zhongshan Police Station in Taipei yesterday to turn themselves in for participating in the March protest. The police accepted a list of 50 people who said they would voluntarily surrender to police.
These cases represent an ongoing attack by the government on freedom of speech and freedom of assembly. I earlier wrote an article arguing that freedom of assembly is a basic right. The Parade and Assembly Law is unconstitutional and must be abolished. For as long as this law exists Taiwanese people cannot enjoy 100% freedom of speech.
Related posts:- Freedom of assembly is a basic right
- Violence and hatred must be condemned
- Wild Strawberries take to the streets
- Wild Strawberries ready for nonviolent action
- Assembly Law amendments restrict rights
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I had forgotten about this variable
The Executive Yuan set a goal of reducing the number of third-level local governments from 368 to between 100 and 150 yesterday, one week after approving the upgrade of Taipei County, the merger of Kaohsiung County and the municipality of Kaohsiung City, the merger of Taichung City and Taichung County, and the merger of Tainan City with Tainan County...
The administrative borders of townships and villages in the revamped areas will have to be redrawn because of differing regulations. The biggest difference is that districts chiefs in a municipality are appointed by the city mayor, while heads of counties and cities in counties and cities are elected by popular vote.
The central government, however, has not yet decided whether to apply the current regulations to the new municipalities.
Liao said that remapping the borders of townships and villages is a necessity in view of the significant population gaps in different townships and villages....
Der Ahnengedenktag
Dankenswerterweise durfte ich Ende März einem solchen Zeremoniell beiwohnen und bringe hier ein paar Eindrücke.

Friedhöfe in Taiwan unterscheiden sich im Äußerlichen eklatant von denen in Deutschland. Sie wirken unordentlich oder willkürlich, was die Anordnung der Gräber angeht, und tatsächlich gelingt es nicht jedem, das Grab seiner Vorfahren auf Anhieb zu finden.

Tatsächlich spielt aber auch das Prinzip des Fengshui 風水 eine große Rolle bei der Anlage, das etwa durch gleichzeitige Beachtung günstiger Luftströmungen und ausreichend Sonnenlicht für die Harmonie zwischen der Naturumgebung und den Grabstätten sorgen soll.

Die Gräber selbst sehen sehr unterschiedlich aus, wirken allerdings oft weitaus üppiger als ihre westlichen Gegenstücke. Auf der Platte in der Mitte sind die Namen der Verstorbenen eingraviert, während sich auf den kleinen Seitenstelen glückverheißende Sprüche befinden. Auch die chinesische Herkunftsprovinz wird auf den Grabsteinen notiert. Die Identitätsfrage durchdringt die taiwanische Gesellschaft nicht nur politisch, sondern vor allem auch kulturell.

Üblicherweise wird zunächst dem Erdgott die Aufwartung gemacht, in dessen Obhut sich die Verstorbenen befinden. Einige Gräber haben dafür einen eigenen kleinen Schrein.

Wie bei vielen traditionellen Festen in Taiwan, so wird auch am Grabfegetag künstliches Papiergeld verbrannt. (Eine Praxis, der die taiwanische Regierung auch aus Umweltschutzgründen versucht, den Garaus zu machen, etwa indem sie für digitale Papiergeldverbrennung wirbt. - Jedoch wird dies bisher von den meisten älteren Gläubigen abgelehnt.)

Der kleine grasbewachsene Hügel im hinteren Teil des Grabes wird mit Papierstücken geschmückt, die eine saubere neue Wohnstätte für die Ahnen symboliseren sollen.

... bevor die Ahnen schließlich zum Mahl gebeten werden und die Familie vor dem Grab ein persönliches Gebet hält.

Ein oder zwei Tage vor dem Ahnengedenktag liegt das Fest der kalten Speisen 寒食節 oder Feuerverbotsfest 禁火節 (auch wenn der Zusammenhang zwischen beiden Festen nicht zweifelsfrei klar ist, werden sie mittlerweile doch als zusammengehörig begriffen). An diesem Tag wird im Andenken an Jie Zhitui 介之推, der im 7. Jh. v. Chr. versehentlich vom Herzog Wen von Jin 晉文公 beim Versuch ihn durch eine List für einen Regierungsposten zu rekrutieren durch einen Brand getötet worden war, auf warme Speisen verzichtet.
Deshalb bieten sich vor allem Frühlingsrollen an, die wie hier aus den verschiedensten (kalten) Zutaten und nach eigenem Geschmacksempfinden zusammengestellt werden können.
Meinong: Interview mit Zhong Tiemin
Zhong Lihe gehörte zu der Generation von Taiwanern (oder genauer Hakka 客家人), die während der japanischen Kolonialzeit auf der Insel (1895-1945) aufgewachsen sind und eine stark japanisch geprägte Bildung genossen, die (hoch)chinesische Sprache dagegen erst später erlernt haben.
Die Jahre zwischen 1940 und 1946 verbrachte er mit seiner Frau Zhong Taimei 鍾台妹 (1911-2008) in China (vor allem im japanisch kontrollierten Mandschukuo, wo auch Zhong Tiemin geboren wurde sowie in Peking) bevor er aufgrund des Todes seines Vaters wieder nach Meinong zurückkehrte.
Seine Texte sind stark autobiografisch geprägt. Ein sie durchziehndes Thema sind die harten Lebensumstände, die seine Familie in der damaligen Zeit durchmachen musste und die vor allem durch seine ihn in der Arbeitsfähigkeit stark einschränkenden gesundheitlichen Probleme (er erkrankte und verstarb früh aufgrund einer Lungenkrankheit) geprägt waren. Auch haftete der Makel an ihm, eine Frau mit gleichem Familiennamen geheiratet zu haben, ein bis heute im chinesischen Kulturraum noch teilweise gültiges Tabu. Auch dies war ein Grund für das junge Paar nach China zu gehen, konnte es so doch immerhin einigermaßen dem gesellschaftlichen Druck eines auf sie herabsehenden bekannten Umfeldes entgehen.

Zhong Tiemin wohnt bis heute in der "Hakka"-Stadt Meinong 美濃 im Kreis Kaohsiung, nicht allzuweit vom Museum, das dem Andenken an seinen Vater gewidmet ist.
Vor dem Eingang standen ein paar dieser schönen gravierten Steine.

Sowie etwas weiter diese Nachbildung.

Normalerweise hat das Gebäude montags geschlossen, doch freundlicherweise hat man unsere kleine Gruppe eingelassen, obwohl gerade kleinere Überholungsarbeiten im Gange waren.

Das Schild über dem Eingang.

In der Mitte des Raumes hinter dem Eingang befindet sich Zhong Lihes alter Arbeitsplatz.

Auf Wandtafeln wird seine Lebensgeschichte nacherzählt, die basierend auf seinen eigenen Geschichten 1980 von Li Xing 李行 unter dem Titel 原鄉人 engl. "My Native Land" (leider nicht ganz frei von nationalistischer Propaganda) verfilmt wurde.

Den größten Teil der Ausstellung nehmen die alten Manuskripte Zhong Lihes ein, wobei es sich oft um vergößerte Kopien handelt.


Dies gilt vor allem für den zweiten Raum im 1. Stock...

... in dem auch einige Übersetzungen seiner Hauptwerke (v.a. ins Japanische, aber auch Französische) auslagen.

Anschließend ging unser Tross hinüber zum Haus Zhong Tiemins.


Der Tag war sonnig und ließ die Landschaft um Meinong in saftigem Grün erstrahlen.

Ein Anwohner nutzte das Wetter zur Sonnenbratung dieser Erdnüsse.

Zhong Tiemin zeigte sich uns gegenüber freundlich und aufgeschlossen und gab den typisch großzügigen taiwanischen Gastgeber.
Die Gruppenmitglieder stellten ihre (mal mehr mal weniger) vorbereiteten Fragen und Zhong Tiemin beantwortete sie umfassend aber nie umständlich. Die angeschnittenen Themen waren vielfältig. So erzählte Zhong Tiemin einerseits von seinem Standpunkt gegenüber China (das er nie wieder besuchte), der "speziellen Charakterzüge" der Hakkas ("keine Geschäftsleute") oder tat seine Meinung über die moderne taiwanische Literatur kund. Andererseits hielt er sich aber auch nicht mit interessanten persönlichen Anekdoten etwa über die Arbeitsweise seines Vaters oder den gegensätzlichen Charakter seiner Eltern (Vater sei ein Romantiker, die Mutter dagegen eher streng gewesen) zurück.
Das ganze Interview dauerte etwas länger als eine Stunde. Eventuell wird eine bearbeitete Version in einem separaten Blog veröffentlicht.

